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Einklagen von Privatkrediten

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Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, gute Freunde zu haben, die einem im Notfall auch finanziell nicht im Stich lassen. Doch aus falscher Scham werden oft die genauen Rahmenbedingungen eines solchen Darlehens nicht geklärt. Freunde und Bekannte lassen dem Darlehensnehmer meist freie Hand, verlangen keine oder nur unzureichende Sicherheiten und verzichten auf einen Vertrag, der die Rückzahlungsmodalitäten genau regelt. Dies kann zum Streit führen, der bis vor die Gerichte geht, wenn der Darlehensgeber sein Geld zurückfordert.

Einklagen von Krediten: Der formelle Gang der Dinge
Weigert sich der Darlehensnehmer, das Darlehen zurückzubezahlen, ist der juristische Weg unausweichlich. Dieser beginnt mit dem sogenannten Mahnbescheid, den man beim zuständigen Amtsgericht über den dort ansässigen Rechtspfleger beantragen kann. Dieser unternimmt alle nötigen Schritte und strengt den Mahnbescheid an. Legt der Kreditnehmer nicht fristgerecht (14 Tage) Widerspruch gegen den Mahnbescheid ein, so wandelt sich dieser zu einem Vollstreckungsbescheid, der die Grundlage einer Zwangsvollstreckungsmaßnahme (Gerichtsvollzieher) ist. In der Regel wird der Kreditnehmer jedoch fristgerecht Widerspruch einlegen. In diesem Fall ist der Prozess unausweichlich, dem definitiv immer der Mahnbescheid vorausgehen sollte.

Der Prozess: Alle Ansprüche geltend gemacht?
Die entscheidende Frage vor einem Prozess lautet, ob eine Darlehensvereinbarung getroffen wurde und wie umfangreich diese ist? Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) gewichtet privatautonome Entscheidungen höher als die Regeln des Zivilgesetzes. Gesetzt den Fall, es existiert nur eine unzureichende (mündliche) Vereinbarung, greift das BGB jedoch mit einigen Regelungen ein, um die Ansprüche des Kreditgebers zu schützen. Schon vor dem Mahnbescheid muss das Darlehen fristgerecht gekündigt werden. Die Frist beträgt in der Regel drei Monate. Anschließend wird durch den Mahnbescheid der eigene Anspruch nochmals geltend gemacht. Werden diese formellen Punkte berücksichtigt, hat auch die Klage große Aussicht auf Erfolg. Diese wird meist beim Amtsgericht eingereicht. Bis zu einem Streitwert von 5.000 Euro besteht für das Verfahren kein Anwaltszwang, darüber hinaus jedoch schon. Trotzdem sollte man sich entscheiden, immer auf die Dienste eines Experten zu vertrauen, denn gerade bei einer unklaren Vertragslage braucht man den Rat des Spezialisten, der die zuständigen Paragraphen des BGB und der ZPO kennt und anwenden kann.

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