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Pflegezusatzversicherung und eine kapitaldeckende Pflegepflichtversicherung

Um die Pflegeversorgung in Deutschland auch nachhaltig sicherzustellen, wurde zum 1. Januar 1995 im elften Buch des Sozialgesetzbuches, die noch heute bestehende gesetzliche Pflegeversicherung für alle Arbeitnehmer als Pflichtversicherung eingeführt. Neben den zu diesem Zeitpunkt bereits bestehenden gesetzlichen Absicherungen wie die Krankenversicherung, die Rentenversicherung, die Unfallversicherung und die Arbeitslosenversicherung kam die Pflegeversicherung als so genannte fünfte Säule hinzu.

Eingeführt wurde diese weitere Sparte um die bis dahin herrschende, unzureichende Pflegesituation nachhaltig zu verbessern. Die Hauptaufgabe der gesetzlichen Pflegeversicherung besteht darin das allgegenwärtige Risiko einer Pflegebedürftigkeit abzuschwächen und finanzielle Hilfe im „Schadensfall“ für den Pflegebedürftigen zu leisten.

Pflege kostet seinen Preis. Seit dem Jahr 1995 ist die Anzahl der Pflegebedürftigen stark angestiegen. Es gibt mittlerweile in Deutschland ca. 2,3 Millionen Personen die auf dauerhafte Pflege angewiesen sind. Dies wird oft von den nächsten Angehörigen selbst geleistet. Ab einem gewissen Zeitpunkt ist das aber nicht mehr im häuslichen Bereich möglich. Eine Heimunterbringung wird dann unerlässlich. Spätestens ab diesem Moment sind die finanziellen Möglichkeiten der gesetzlichen Pflegeversicherung ausgereizt. Schon seit einigen Jahren empfehlen sowohl Politiker als auch unabhängige Sachverständige den rechtzeitigen Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung.

In den letzten Monaten sind verstärkt Stimmen lauter geworden die eindringlich eine grundlegende Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung fordern. Auch bei der Bundesregierung wird laut über eine solche Änderung nachgedacht und Expertengremien sitzen an einer Vorlage. Laut Aussage des Bundesgesundheitsministers soll die Reform auch schon bald umgesetzt werden. Ersten Aussagen zufolge ist an eine Art kapitaldeckende private Pflegepflichtversicherung gedacht, die als sinnvolle Ergänzung der bisherigen Pflegeversicherung fungiert.

 

Diese generelle Umstellung auf Kapitaldeckung wird auch von namhaften Sachverständigen favorisiert. Allerdings wird hier ein Problem allgegenwärtig. Ein kapitaldeckendes System kann nur funktionieren wenn nicht seitens der Politik Geld für leistungsfremde Bedürfnisse entnommen werden kann. Der Topf mit dem angesammelten Kapital darf nur für Pflegeleistungen zur Verfügung stehen. Das System der Riester-Rente könnte hier Vorbildfunktion haben. Eingezahlte Beiträge und etwaige Förderungsanreize sind hier garantiert und die Abwicklung erfolgt über die private Versicherungswirtschaft.

 

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